Diagnose: Kreuzbandriss

Lukas Mertens über seinen Kreuzbandriss, die Reha und seine innere Motivation

Heute berichte ich Euch über die Rehazeit nach meinem Kreuzbandriss im rechten Knie, den ich mir bei einer unglücklichen Aktion während des Einlaufens am 10. Mai 2018 zugezogen habe.

Ich bin als Linksaußen eingelaufen und dabei mit einem Gegenspieler zusammengestoßen, wodurch ich auf das rechtes Knie stürzte. Der Sturz verlief so unglücklich, dass das Knie nach Innen knickte. Trotz des großen Schocks spielte ich noch zwei bis drei Minuten weiter, merkte jedoch sehr schnell, dass eine Instabilität im Knie herrschte und ich das Spielfeld verlassen musste. Jetzt wurde mir sofort klar, dass es etwas schlimmeres sein musste.

Lukas Mertens vom SC Magdeburg in der Reha

Nach einer solchen Diagnose, macht man sich Gedanken über die Zukunft

Am nächsten Tag bekam ich sofort die Diagnose „Kreuzbandriss“. Für mich war das ein riesen Schock, da eine so schwere Verletzung für einen jungen Spieler wie mich, die aktuelle Weiterentwicklung verhindert und ich mir nicht vorstellen konnte, wie die nahe Zukunft nun ablaufen sollte. Ich habe mir viele Gedanken über die Reha-Zeit, mein Studium und die Zeit ohne Handball gemacht. Nach der Diagnose telefonierte ich die ersten Tage sehr viel herum und erreichte glücklicherweise mit Fabian van Olphen jemand, der mir beim Finden eines passenden Arztes sehr helfen konnte. Fabian verwies mich dann an den Arzt Dr. Eichhorn in Regensburg. Da man ein Kreuzband schnellstmöglich operieren lassen sollte, bekam ich kurz darauf einen freien OP-Termin. Ich fuhr mit meiner Familie also sofort nach Regensburg und ließ mich an einem Dienstag von Dr. Eichhorn operieren. Dabei wurde mir die Semitendinosus-Sehne entnommen und als neues Kreuzband eingesetzt.

Gebäude Eden Reha Donaustauf

Dadurch wurde ich zusätzlich motiviert

Nach der gutverlaufenen Operation begann auch direkt meine Rehazeit. Vom ersten Tag an bekam ich Lymphdrainage und konnte schon die ersten Gehübungen absolvieren. Dabei konnte ich mit der Hilfe eines Physiotherapeuten und passenden Krücken schon ein paar Treppen steigen und das Knie leicht belasten. Nach drei anstrengenden Tagen in der Regensburger Reha bin ich zurück nach Magdeburg und absolvierte dort mit unseren zwei Physiotherapeuten vom SC Magdeburg weitere Rehamaßnahmen. Ich bin täglich zweimal bei den Physiotherapeuten gewesen. Zum einen im Therapiezentrum und später in der Halle beim Mannschaftstraining. Viele Übungen fanden dabei auf der Liege statt, da ich noch keine größeren Anstrengungen mit meinem Knie machen konnte bzw. durfte. Nach etwa zehn Wochen ging die Reha in Donaustauf weiter. Dort ließ ich mich drei Wochen lang behandeln. Der dortige Aufenthalt war ein Lebensabschnitt, den ich nicht so schnell vergessen werde, da ich dort viele Sportler und Personen kennen gelernt habe, die genau dasselbe Problem bzw. dieselbe Verletzung hatten wie ich. Vor allem konnte ich mich dabei mit Profisportlern vom SC Freiburg oder vom EHV Aue über den jeweiligen Genesungsfortschritt austauschen und wurde dadurch auch nochmal zusätzlich motiviert. Mit Hilfe der sehr gut ausgebildeten Physiotherapeuten und Ärzte konnten alle auftretenden Probleme durch die richtigen Übungen behoben werden. Nach diesen drei Wochen war mein Knie wieder so stabil, dass ich am Alltag ohne Krücken und Schienen teilhaben konnte. Ich konnte endlich wieder etwas unternehmen oder mit dem Auto zum Training fahren.

Laufbänder im Fitnessstudio
Lukas Mertens trainiert während der Reha
Lukas Mertens macht Krafttraining

Zur Rückrunde mit dem SC Magdeburg auf der Platte

Anschließend wurde ich wieder in Magdeburg von unseren Physiotherapeuten behandelt und kann jetzt sogar wieder leichte Sprünge machen, Joggen und Fahrrad fahren. Also alles was ein Normalverbraucher tut, um sich fit zu halten. Der Kreuzbandriss ist jetzt etwa vier Monate her und ich habe in den kommenden Wochen weitere Kontrollen bei Dr. Eichhorn. Im Normalfall ist ein Spieler nach etwa sechs bis sieben Monaten wieder spielfähig, aber ich möchte mir damit selbst keinen Druck machen. Mein Ziel ist es zur Rückrunde mit dem SC Magdeburg auf der Platte zu stehen. Um dieses Ziel jedoch erreichen zu können, werde ich noch einen langen und schwierigen Weg, sowie viele Trainingsstunden vor mir haben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich mit Hilfe meiner Physiotherapeuten diesen harten Weg gut überstehen werde und dann an die super Leistung der vergangenen Saison anknüpfen kann.

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