Gekommen, um zu bleiben

Tobias Heinzelmann

Gekommen, um zu bleiben

Balingens Kapitän Tobias Heinzelmann gilt als Aufstiegsspezialist. Doch die stärkste Liga der Welt soll dieses Mal mehr als ein Ausflugsziel sein.

Ist Dein zweiter Wiederaufstieg in die erste Liga weiterhin etwas ganz Besonderes?

Tobi: Selbstverständlich. Der Aufstieg ist nicht nur für mich, der als Kapitän diesen sportlichen Meilenstein erleben durfte, etwas ganz Besonderes, sondern bedeutet auch der ganzen Region extrem viel. Wir haben lange gemeinsam darauf hingearbeitet. Jetzt müssen wir die Euphorie nutzen und alles daransetzen, im Oberhaus zu bleiben. Denn neben den fantastischen Aufstiegen habe ich mit der Mannschaft auch schon schmerzhafte Abstiege erlebt. Ein solch bitteres Saisonende wollen wir mit aller Kraft verhindern.

In der zweiten Bundesliga galt Balingen immer als Favorit, jetzt muss die Mannschaft als Underdog in neuer Rolle überzeugen.

Tobi: Klar, wir sind erfolgsverwöhnt, wissen aber auch genau, welche Herausforderungen jetzt auf uns warten. Die erste Liga ist mir immer lieber. Die Chancen sind hier zwar geringer, aber unsere Ziele sind höher. Und die Gallier haben schon mehrfach bewiesen, dass sie alle Großen ärgern können.

Beim Lidl Final4 2025 in Köln konntet Ihr sogar Handball-Geschichte schreiben.

Tobi: Als Zweitligist im Handballtempel LANXESS arena die Bronzemedaille im Pokalwettbewerb geholt zu haben, ist für uns viel mehr als nur eine schöne Erinnerung. Es ist ein absolutes Highlight einer Karriere.

Womit wollt Ihr in dieser Saison Geschichte schreiben?

Tobi: Mit einem soliden Tabellenplatz am Ende der Saison zum Beispiel.

An der Tabellenspitze der 2. Liga, wie auch rund um die Abstiegsplätze im Oberhaus – es geht oft schlichtweg um alles. Kann man sich an so viel Adrenalin gewöhnen?

Tobi: Etwas Erfahrung hilft auf jeden Fall bei der Nervosität. Auch an den Druck gewöhnt man sich mit der Zeit. Aber komplett cool bleibt man nicht, das wird und will man auch nach Jahren nicht. Unsere hitzige Halle lieben wir doch alle!

Arbeitest du als Maschinenbauingenieur jetzt weiter?

Tobi: Ja, ich bekomme in meinem normalen Job auch ganz gut wieder den Kopf frei.

Wird es dann die hybride Variante und du sitzt Richtung Kiel mit Laptop im Mannschaftsbus?

Tobi: Das habe ich auch schon gemacht, aber notwendig ist das eigentlich nicht. Mit Effizienz und Organisation geht beides weiterhin, Job wie auch Handball.

Warum bleibt Ihr diesmal in der stärksten Liga der Welt?

Tobi: Als Mannschaft gehen wir beinahe unverändert an den Start. Den großen Umbruch haben wir bereits hinter uns. Wir sind gut eingespielt und diese Kontinuität ist immer von Vorteil, wenn man sich auf ein bestimmtes Ziel konzentrieren möchte. Und richtig viel Bock haben wir natürlich auch!

Und wenn Ihr doch wieder absteigt?

Tobi: Dann kommen wir ein Jahr später wieder. Wir Gallier haben schon mehrfach gezeigt, dass wir das draufhaben. Im Laufe der Jahre sind wir zu Aufstiegsspezialisten geworden.

Fotos: HBW/Nino Strauch

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