Hampus Wannne jubelt bei der Handball-EM

Hampus Wanne

Meine EM-Schuhe bekommen einen besonderen Platz!

07. Februar 2022

Für Hampus Wanne hat sich ein großer Traum erfüllt: Mit seinem schwedischen Team konnte er grad die Europameisterschaft 2022 gewinnen. Danach folgte eine große Party!

Herzlichen Glückwunsch, Europameister!
Hampus: Vielen Dank.

Feierst du noch?
Hampus: Nein, ich bin gerade mit meiner Freundin von Göteborg zurück nach Deutschland unterwegs. Unsere Siegesfeier dauerte über mehrere Tage, so langsam kehrt aber die Normalität wieder in unser Leben zurück.

Hast du deine Goldmedaille dabei?
Hampus: Die ist natürlich in meiner Tasche.

Und was ist mit deinen Europameister-Schuhen nach dem Finale passiert?
Hampus:  Die liegen noch in meiner Wohnung in Schweden. Welchen besonderen Platz die später bekommen, muss ich noch entscheiden.

Es gibt Handball-Legenden, die von jedem großen Triumph ihre getragenen Schuhe behalten und im Regal oder in einer Vitrine ausstellen, weil daran noch das ganze Goldlametta klebt.
Hampus: So sehen meine Kempa-Schuhe auch aus! Sie sind wie die schwedische Flagge blau-gelb und die Farbe Gold passt perfekt dazu. Sie bekommen später bestimmt einen schönen Platz, jetzt musste alles sehr schnell gehen. Bisher habe ich von jeder Saison jeweils ein Vereins- und ein Nationalmannschaftstrikot behalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass man nach der aktiven Karriere viel Spaß an diesen schönen Erinnerungen hat.

Kommt dann alles an die Wand?
Hampus: Ich will bestimmt keinen Raum mit Trikots und Medaillen „volltapezieren“. Wenn du allerdings in all den Jahren etwas gewonnen hast, dann kannst du schon mal was aufhängen, finde ich.

Kempa Wing Lite 2.0 mit Goldmedaille der Handball-Europameisterschaft 2022

Was sind für dich die schönsten Erinnerungen, wenn du an das Finalspiel zurückdenkst?
Hampus: Es ist kein bestimmtes Gefühl, das ich leicht beschreiben könnte, eher eine Mischung von unendlicher Freude über den Titel, großer Dankbarkeit und die tiefe Verbundenheit mit dieser großartigen Mannschaft, die alle ein Teil des Ganzen waren. Wir haben zusammen Gold für Schweden geholt! Das wird uns immer miteinander verbinden.

Hat dich auch jemand nach Budapest begleitet?
Hampus: Mehrere Freunde, die ich seit meiner Kindheit kenne, waren in Budapest live dabei. Sie saßen auf der Tribüne, trugen meine Trikots und rasteten mit den anderen Schweden-Fans über 60 Minuten aus. Es war toll sie dabei zu haben.

Man hatte das Gefühl, dass 90 Prozent der Zuschauer in der Halle den Schweden im Finale die Daumen gedrückt haben.
Hampus: Das war verrückt. Die schwedischen Fans rockten die Halle. Diese Lautstärke ist schon mal ziemlich untypisch für unsere Mentalität, normalerweise sind wir eher cool. (Lacht). Ich hatte aber auch das Gefühl, dass uns viele andere Zuschauer im MVM Dome gerne als Sieger sehen wollten.

Wie viele Schweden saßen diesmal in der Heimat vor dem Fernseher?
Hampus: Es waren über zwei Millionen! Der TV-Sender hatte die zweithöchste Einschaltquote aller Zeiten.

„Das sind auch Momente, in denen dir bewusst wird: Wir haben etwas großes geschafft!“

Du hast mal gesagt: wer Gold gewinnt, bleibt unsterblich.
Hampus: Genau das meine ich! Jetzt fühlen wir uns unsterblich. Und dieses Gefühl kann uns niemand nehmen.

Nach der WM 2021 in Ägypten gab es keine Zeit zum Feiern. Wie war das jetzt in Budapest?
Hampus: In Budapest haben wir alles nachgeholt, was wir in Kairo verpasst haben. Aus der Halle ging es im Hotel direkt unter die Dusche, dann in ein Restaurant und später in einen Club. Sehr viel Zeit zum Schlafen blieb uns nicht. Doch das eigentliche Highlight folgte am nächsten Tag, als wir mit unserem Lufthansa Flieger den schwedischen Luftraum erreichten. Die schwedische Luftwaffe hat uns sozusagen in der Luft abgeholt.

Ernsthaft?
Hampus: Ja, als der Pilot durchgesagt hat, dass wir Besuch bekommen, dachten wir alle, dass wir etwas falsch verstanden haben. Ganz so fit und konzentriert waren wir ja auch noch nicht. Doch als wir die Südküste Schwedens sehen konnten, schossen zwei Maschinen mit roten Lichtern hoch und flogen von Malmö bis Göteborg neben uns. Das zu erleben, ist auf jeden Fall eine besondere Ehre. Ich glaube nicht, dass die schwedische Luftwaffe einfach so zwei Flugzeuge rausschickt. Das sind auch Momente, in denen dir bewusst wird: Wir haben etwas großes geschafft!

Diese EM fand wegen der Vielzahl der Corona-Infektionen unter besonderen Umständen statt. Hat die Goldmedaille deswegen einen anderen Stellenwert? 
Hampus: Ich kann mir vorstellen, dass für Deutschland die Situation eine große Herausforderung war. Wenn man auf die Teams schaut, die Halbfinale und Finale gespielt haben, dann hatten diese Nationen wesentlich weniger Ausfälle zu kompensieren. Die Spiele waren richtig taff, das kann ich sagen. Ich lasse nicht meinen EM-Titel schlechtmachen! Jeder der so denkt, kann gerne versuchen, das nachzumachen.

Ani Bonamie

© Kempa by uhlsport GmbH
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner